Sonntag, 10. Juli 2016

Schwieriges Thema

Wie ich vor ein paar Wochen berichtet habe, beschäftige ich mich in letzter Zeit viel mit dem Buddhismus und habe diesen Weg als meinen Weg durchs Leben bestimmt.
Wer mich kennt und kannte, wusste - der Kollege hat mit Religion und Kram nichts am Hut. Wenn man mich fragte, glaubst du an Gott, so war die Antwort meist:
"Ich bin Atheist oder Agnostiker"!
Das kann ich nun nicht mehr behaupten, da ich einige Dinge über mich rausgefunden habe und die für mich, bis jetzt, gut funktionieren.
Wie z.B. beim meditieren, kann mir da alles anschauen und auflösen und mich dazu noch entspannen.
Aber man denkt auch über andere Dinge nach, die man früher sehr einfach und schnell abgehandelt hat, z.B. - gibt es einen Gott?
Und da startet ein sehr schweres Thema!

<GLEICH VOR WEG, ICH SCHILDERE ES VON MEINER WARTE UND BEZIEHE NICHTS AUF ANDERE UND WILL UND MÖCHTE NIEMANDEN VERÄRGERN! WENN DAS NICHT GENEHM IST, BITTE NICHT WEITERLESEN!>

Ich habe viele Bücher gelesen und diverse Texte. Im Buddhismus verneint man oder  bejaht man die Existenz von Gott oder Göttern nicht.
Der Buddhismus ist keine Religion, es ist eine Philosophie ein Konzept wie man sein Leben einfach und gerecht leben kann und sogar die Erleuchtung auf einen wartet. Man muss kein Mönch sein um ein Buddha zu werden, jeder kann es und somit erkennen wir die Welt gestrickt ist und alles im Dies- und Jenseits zusammenhängt (samsara und nibbana).
Bis zu meinen 14ten Lebensjahr konnte ich an das christliche Konzept glauben, evangelisch erzogen, Reli-Unterricht, alles war dabei. Eine Sache brach aber dieses Konzept, der Tod meines Onkels.
Ab da konnte ich nicht mehr glauben, ab da war mein Glaube gestorben.
Damals, vor dem Tod meines Onkels, gab es mir Kraft zu beten und zu glauben.
Ich glaube heute nach wie vor nicht, ich bemühe mich zu Wissen und an meiner Wahrheit festzuhalten. Und so schließt sich der Kreis.
Es geht nicht darum an einen bärtigen Mann zu glauben, der in den Wolken sitzt und auf uns herabsieht und ein paar "glückliche" rettet oder belohnt und den Rest verdammt und "bestraft". Das die Hölle wartet, für den der Böse ist.
Damit kann man ein Kind beeindrucken. Ich erinnere mich, dass ich mit 4 oder 5 vor Gott und der Strafe ähnlich viel Angst hatte, als wie vor dem Weihnachtsmann, der mir nichts mitbringt.
Gehen wir auf das Thema näher ein, es ist schwer - I know.
Das Konzept Gott wird sehr unterschiedlich ausgelegt und führt alles auf den gleichen Punkt. Es ist die "Macht" die uns Glauben lässt, vielleicht antreibt und für alles Gute und Gerechte steht.
Gott hat uns alle in seinem Ebenbild erschaffen, in einer Gleichung wäre das:
Gott = Menschheit.
Wir alle, wir alle sind Gott, das Paradies kann hier sein, die Hölle kann hier sein, wir schaffen uns unsere persönliche Hölle, wir schaffen uns unseren Himmel.
Tun wir etwas gutes, sitzen vielleicht danach gemütlich bei einem kühlen Getränk auf dem Balkon - so sind wir glücklich und zufrieden.
Tun wir etwas schlechtes, so frisst uns die Schuld innerlich auf oder treibt uns zu schlimmeres an, bis wir daran zu Grunde gehen - eine echte Hölle.
Wenn wir ins arabische schauen, so ist Allah mit Frieden und Liebe gleichzusetzen.
Gott ist Liebe und Frieden. Wir sind verantwortlich für unsere Liebe und unseren Frieden, da er aus uns heraus entsteht. Sind wir krank, dann ist nicht das Schicksal verantwortlich, sondern dass was wir aus unserer Welt gemacht haben: Krankheiten die durch Menschen geschaffen worden (Keime Bakterien etc.), Ernährung, Wetter (zu kalt, zu warm).
Es ist alles in uns, genauso wie der Schlüssel um glücklich zu sein.
Mögt Euch selbst, so wie ihr seid.
Glaubt an euch und an das gute in euch. Ihr spürt immer Liebe, die zu euch selbst und zu eurem nächsten. Ihr müsst diese Liebe nur zulassen.
Man ist nicht angewiesen auf die Liebe von außen, die in uns selbst gibt schon unendlich viel Kraft, die von außen ist, metaphorisch Gesprochen:
Der Boost, Schub, Lachgaseinspritzung um noch mehr Antrieb zu bekommen.
Ich bin zwar noch nicht lange Buddhist, aber ich kann mir vorstellen, dass diese Lehre sich überall gleich anhört.
Ob Christ oder Muslim oder Buddhist, tue gutes und hab Liebe für dich und andere und du lebst im Glück. Hasse alles und jeden, sei schlecht und gemein und du lebst in deiner eignen Hölle, mit Reibung und Hitze, mit Zorn und Gewalt.
In der Politik, hier würden die zehn Pflichten des Königs, unendlich viel gutes bewirken:
Quelle: Was der Buddha lehrte (Walpola Rahula) /
http://www.buddhanetz.org/texte/rahula.htm

Die erste der "Zehn Pflichten des Königs" ist Aufgeschlossenheit, dazu Großzügigkeit und Freigebigkeit (dana). Die Regierenden sollten Reichtum und Vermögen weder begehren noch daran festhalten, sondern für das Wohlergehen des Volkes verwenden.
Zweitens wird ein hochgradig moralisches Verhalten (Charakter) verlangt. Ein Regierender sollte niemals Leben zerstören, betrügen, stehlen oder andere ausbeuten, keinen Ehebruch begehen, nicht die Unwahrheit sagen und keine berauschenden Getränke zu sich nehmen. Das bedeutet, daß er mindestens die fünf grundlegenden ethischen Regeln (Panca Sila) eines buddhistischen Laien einhalten muß:

kein Leben zu zerstören,
nicht zu stehlen,
nicht durch Sexualität zu verletzen,
nicht zu lügen
keine berauschenden Mittel zu sich nehmen.
Drittens: Ein Regierender muß bereit sein, alles für das Wohl des Volkes zu opfern und dabei alle persönlichen Bequemlichkeiten aufzugeben sowie seinen Ruf und sogar sein Leben im Interesse des Volkes einzusetzen.

Viertens: Ehrlichkeit und Integrität (ajjava). Man muß seine Aufgaben ohne Furcht und persönliche Abhängigkeiten ausführen, aufrichtig in seinen Absichten sein und die öffentlichkeit nicht hinters Licht führen.

Fünftens: Güte und Freundlichkeit (maddava). Man muß ein sanftes Temperament besitzen.

Sechstens: Regierende sollen einfache Lebensgewohnheiten (tapa) besitzen, ein einfaches Leben führen und sollten sich nicht dem Luxus hingeben, sondern Selbstbeherrschung üben.

Siebtens: Wer regiert, sollte frei sein von Haß, Böswilligkeit und Feindseligkeit (akkodha). Er sollte gegenüber niemandem einen Groll hegen.

Achtens: Gewaltlosigkeit (avihimsa), das bedeutet nicht nur, daß man niemandem schadet, sondern aktiv versuchen sollte, den Frieden zu fördern, indem man Krieg ebenso vermeidet und verhindert wie alles, was mit Gewalt und Zerstörung von Leben zu tun hat.

Neuntens: Geduld Nachsicht, Toleranz und Verständnis (khanti). Wer ein Regierungsamt ausübt, muß in der Lage sein, Not, Schwierigkeiten und Kränkungen geduldig zu ertragen.

Zehntens: Nicht-Opposition, Nicht-Behinderung (avirodha), das heißt, man sollte sich dem Willen anderer nicht entgegenstellen und keine Maßnahmen behindern, die das Wohlergehen des Volkes fördern. Mit anderen Worten, man sollte in Harmonie mit seinem Volk regieren.



In diesem Sinne, glaubt nicht nur, wisst!
Gruß
euer Uhltak