Donnerstag, 7. Februar 2013

Wissenstransfer in der IT

Mal was aus meinem Beruf und was mich persönlich daran stört!
Die IT, speziell die Zunft der Systemadministratoren ist ein Schlag von Spezialisten die sich über Jahre hinweg verschiedene Stile und Erkenntnisse angeeignet haben! Ob es nun der reine Linux Admin, mit Schwerpunkt: Installation von Systemen ; Entstörung von sehr komplexen Umgebungen oder einfach das Mädchen für alles ist. Meistens haben diese Leute einschlägiges studiert, Privat als Hobby Linux und wie man es richtig benutzt oder eine Ausbildung als Fachinformatiker.
Ich bin damals wie die Jungfrau zum Kind gekommen. Ich hatte eine Ausbildung zum IT-System Elektroniker gemacht und mit Linux nicht viel am Hut gehabt. In meinem ersten Job hatte ich es mit AIX zu tun bekommen. Das Unix Derivat von der Firma IBM. Später wurde ich dann noch auf SUN Solaris geschult, was aber im Gegensatz zu AIX eher schäbig war. Damals, also wo ich angefangen hatte, war Linux noch nicht so verbreitet wie es das heute ist. Da gab es die Windows Leute und auf der anderen Seite die Unix Leute und dazwischen wuchs langsam aber sich die Linux Fraktionen. In kurzer Zeit wurde mit Debian und Ubuntu dann Linux immer interessanter (mein Empfinden) und brauchbarer als Desktop OS. Man musste nicht mehr tief in der Materie stecken um ein Linux System aufzusetzen. Leicht und einfach und so bauten sich Ängste vor dem neuen ab.
Damals wurde Ubuntu mit unter eingesetzt, doch gab es nur zwei Firmen in Deutschland die dafür Support anboten, der sehr teuer war! Aber bevor wir uns richtig damit beschäftigten konnten, wechselte ich die Firma und fing an Solaris als SE zu betreiben bei einem Kunden. Die stressigste Zeit meines Lebens! Lange hielt es mich nicht und Solaris ist und bleibt etwas das ich gerne vergessen möchte....

Zwei Jahre lang machte ich etwas völlig anderes in der IT. Weg von dem Adminhandwerk das mir eigentlich nur durch Schulungen beigebracht wurde und was man so von Kollegen beigebracht bekam. Damals war es kompliziert sich ein AIX System privat aufzusetzen und damit rumzuspielen.
Auf jeden Fall, zwei Jahre war ich weg von den Admin-Jobs, viel habe ich vergessen. Ein bisschen Wissen und wie ich es auf Linux ableiten konnte, blieb noch erhalten. Doch sind zwei Jahre in der IT eine Ewigkeit und veraltetes Wissen! Heißt man ist nicht mehr up to date! Nun darf ich seit September Linux lernen. Ich habe bereits eine Schulung erhalten und auch wieder viel gelernt. Zwar muss ich an der Methodik noch feilen und noch mehr wieder auswendig wissen, aber das sind eher Erfahrungs- und Übungswerte. Mein empfinden ist, ich bin gerade auf einem guten Weg und kann schon viel alleine machen und Aufgaben übernehmen. Zwar noch etwas unsicher aber wie gesagt Erfahrung bringt Sicherheit.

Aber nun zu meinem Punkt. Wenn dir etwas beigebracht werden soll in der IT, dann macht man sich auf das schlimmste gefasst! Denn, wer vermittelt einem Wissen? Wieviel weiß derjenige über das Thema? Wie wird das Wissen vermittelt? Alles Dinge die man nur schwerlich vorraussetzen kann, da der Vermittler eventuell schlecht wissen vermitteln kann!
Ich überlege mir immer, wenn jemand eine Frage an mich hat, was will der wo fragt genau hören?
Fragt er: " Wo finde ich die Information?" Oder fragt er: "Wie geht das genau?"
Zwei Ansätze, die valide sind! Entweder will ich nur die Info haben wo es steht, oder ich möchte wissen wie man es hinbekommt das etwas funktioniert! Darauf gebe ich entweder die Antwort: "Da und da steht etwas drüber, aber wenn man es genau wissen will, dann ist DORT die Info zu dem Thema!" Oder: "Klar es geht so, dass du hier und da an der Konfig etwas ändern musst dann hier und da noch was tun und fertig!"
So wäre dann auf die Frage geantwortet. So arbeite ich!
Wenn ich etwas wissen möchte, dann unterscheide ich ebenfalls nach dem Schema: Will ich wissen wie es genau tut, dann frage ich wo ich es nachlesen kann. Wenn ich aber wissen will wie ich etwas zum laufen kriege ohne mich tief damit beschäftigen zu müssen, dann frage ich wie ich es zum laufen bekomme.

Und hier kommt der Knackpunkt. Von Systemadministratoren bekommt man nur schwerlich etwas raus und wenn doch dann nur kryptische Informationen die nicht bei mir ankommen... So fasse ich es auf :-(
In einer Phase, wo ich eingelernt werden soll, wo ich erwarte das sich jemand mit mir hinsetzt und mit mir zusammen ein Thema angeht und mir etwas erklärt, bekomme ich leider zu oft unbefriedigte Antworten und bin dann letztendlich doch damit beschäftigt es selber rauszufinden. Was Zeit kostet und die man manchmal nicht hat! Erwartungshaltung! Ganz schwieriges Thema, vor allem wenn man anders lernt und anders tickt als der den man etwas fragt.
Ich gebe gerne Infos raus und helfe gerne, auch wenn es mich Zeit kostet. Habe ich eine Frage und möchte eine kurze präsize Antwort, kommt eine lange mit zuviel Inhalt oder man darf sich doch mit Google beschäftigen. Klar man findet dann etwas, aber die Antwort passt dann nur schemenhaft auf die Frage oder es wird anders gemacht als wie es der Standard im Haus.

Es ist MEIN generelles empfinden, egal wo ich war. Wenn man jemand findet der einem etwas beibringen kann so wie man die Info braucht, dann ist so ein Admin Gold wert! Aber diese sind schwer zu finden.
IT lernt man nur unter schmerzen!
Müsste aber nicht so sein... Ich habe nun festgestellt, Kurse sind schön und gut und geben eine gute Grundlage ab. Vieles muss man sich selbst beibringen, da andere dies erwarten, obwohl man noch nie darüber gestolpert ist oder es in den Anfängen niemand erklärt hat. Ideal wäre es doch, sich wirklich Zeit zu nehmen und erstmal das abzufragen was der wo es erklärt vorraussetzt ob das Wissen bei dem der es kriegen soll schon da ist! Und dann zwischen dem Delta eine Brücke zu bauen und dann zu erklären.

Naja, dass war nun alles sehr kryptisch heute, aber dies ist mein täglicher Frustmoment.
Vor allem wenn man motiviert an das Thema geht, aber dann merkt das man gegen Wände läuft und merkt, man möchte das man gegen Wände läuft, obwohl man erst mal lernen muss wie man über diese kommt und nicht vorraussetzt: Er weiß wie man klettert!
Ich weiß zwar wie man klettert, aber um die Metapher zu Ende zu bringen: Ich weiß nicht wie man ungesichert am K2 rumklettert. Die Kletterhalle ist kein Problem aber Outdoor wird schwierig ganz ohne Guide!
Vor allem wenn man selber dann mal Guide sein soll.... und 8 Jahre geballtes Wissen in ein paar Monaten aufnehmen soll...

That's my life

In diesem Sinne

euer Uhltak