Montag, 20. August 2012

Was ist denn mit RTL los?

Die Gamescom ist ja nun vorbei und wie jedes Jahr strömten viele Gaming Fans nach Köln um die Messe zu besuchen. Und wie jedes Jahr waren auch wieder die Medien zu Gast, meine Kollegen vom Spielemagazin, aber auch andere Medien. Worauf ich anspielen möchte, letztes Jahr startete RTL einen Bericht der tief unter die Gürtellinie der Gaming Gemeinde ging.
RTL dachte sich wohl, man versteht sicher Humor wenn man den Bericht sieht, doch so richtig konnte keiner lachen, eher wurde ein Shitstorm heraufbeschworen der den großen Sender hart traf und in Jahren von Schmutz TV und Gossenprogrammen den Sender eine etwas schwammige Entschuldigung senden lies.
Ich bin ehrlich, gerade letzte Woche verfolgte ich RTL sehr genau um zu schauen ob sie etwas aus dem Vorjahr gelernt hatten.
Und siehe da, eine für RTL fast "normale" Berichterstattung wurde ausgestrahlt. Aufhänger: eine Familie in der alle daddeln, ob alleine oder zusammen, Mutter, Vater und Kinder, alle spielen und leben ihr Hobby, dazu Querverweise auf die Gamescom.
Auf eines hab ich nicht so geachtet, vielleicht kann mir hier wer helfen. Hatten die Interview Mikrofone den RTL Schaumstoff drauf? Aber dass nur nebenbei.
Der Bericht dübelte so dahin, zwar wenig informativ, was aber auch nicht die Intension von RTL war, eher der versuch sich wieder anzubiedern.
Gestern Abend im Nachtjournal, kam noch ein Bericht über den neuen Berufsstand der "Let's Player". Also Typen wie mich, die etwas zocken,es aufnehmen und Kommentieren. Besonders groß sind die Kollegen Gronkh und Sarazar. RTL interviewt die beiden, spricht über ihren Job und wie sie auf der Gamescom gefeiert werden. An und für sich nett, doch ist es ein weiterer Anbiederungsversuch? Einerseits, schön dass sich das Medieninteresse nun in eine richtige, oder richtigere Richtung bewegt. Doch von einer Berichterstattung so wie sie sein sollte, da sind wir leider noch etwas weit weg. Klar kleinere lokale Sender machen richtig Aufwand um diesen Rahmen einzufangen und sachlich wiederzugeben (Öffis oder die Gameone Jungs). Aber die Berichterstattung in den Quoten Sendern, die bleibt noch sehr zurückhaltend.
Ich träume von einer Welt, wo Gaming im TV so einen Stellenwert hat wie in Süd Korea. Wo eine Gamingsendung im TV ganz normal ist und als Sport angesehen wird. Wo geschulte Journalisten um die Welt reisen, Trends und neues vorstellen und dem breiten Publikum präsentieren.
Klar wir Gamer wissen wo wir sowas sehen können und wer uns dass näher bringt, aber nur die Öffentlichkeit, also die breite Masse schafft es die Akzeptanz herzustellen um in der Öffentlichkeit das standing zu haben was diesem Hobby, dieser Lebenseinstellung gebührt. Nur wenn der letzte kapiert hat, Games sind gut, Games machen Spaß, Games sind ein wichtiger Wirtschaftszweig, Games sind Sport. Da wäre es schön hinzukommen. Gesellschaftlich weg von der "Randsportart", dahin wo es hingehört in den Fokus und die Akzeptanz der Bevölkerung.
Fragt man ältere Leute auf der Straße: "Was halten sie von Computer Spielen?"
Die Antworten wären sicher: "Spielt mein Enkel sehr gerne, für mich ist das nichts!" ; "Kenn ich nicht, brauch ich nicht!"
Und durch diese Unwissenheit  entsteht misstrauen, dazu ein paar negative Berichte und Peng, eine falsche Meinung ist gebildet und man glaubt dass Videospiele Kinder zum Amoklaufen treibt....
Okay, dass ist nun ziemlich reißerisch formuliert und überspitzt angenommen, doch ihr merkt, als Gamer verteidigt man sein Hobby, vor allem wenn man es seit 25 Jahren (mit fünf angefangen zu daddeln) lieb gewonnen hat und mit 30 immer noch leidenschaftlich zockt!
Um wieder zum Punkt zu kommen, RTL hat sich also ein paar Gedanken gemacht und einen "Kuschelkurs" eingeschlagen. Zwar hat RTL wenig kompetente Leute die so ein Thema betreuen können, aber hey, wenigstens haben sie es versucht und niemand ist emotional verletzt worden.

In diesem Sinne,

Gruß euer Uhltak