Freitag, 6. Juli 2012

Geburtenrate in Deutschland und Wohnsituation

Spiegel Artikel
Was will und der Künstler mit diesem Artikel sagen. Richtig, Deutschland geht der Nachwuchs aus. Weniger Kinder = weniger zukünftige Steuerzahler. Aber das nur als neben Argument, denn die Probleme liegen tiefer. Mal sehen ob wir ein paar hier behandeln können. Denn das Elterngeld , wird auch"Herdprämie" genannt, wird sicher nichts ändern und einen anreiz zu geben mehr Kinder in die Welt zu setzen!

Wohnraumsituation:
Stuttgarter Nachrichten Artikel über Wohnsituation
Wie vor ein paar Tagen angemerkt ist das Leben in Stuttgart und Umgebung sehr sehr teuer, ob Mieten oder Kauf, die Preise in Stuttgart sind gewaltig da es zu wenig Angebot auf eine hohe Nachfrage gibt. Nicht jeder kann sich 800 - 1200€ im Monat als Kaltmiete leisten, auch wenn es in Stuttgart wenig Arbeitslosigkeit und viele mittelständische Firmen und auch große Industriegiganten gibt (Daimler, Porsche, Bosch, Festo etc...). Die Baubranche ziert sich zu investieren, warum wohl? Hoher Investitionswert am Anfang, kaum erschlossenes Bauland und die Preise müssen an die Kunden weitergereicht werden, heißt automatisch hohe Mieten oder man muss teuer die Wohnungen verkaufen um einen Gewinn zu erwirtschaften. Zwar sind potenzielle Kunden da, irgendwo muss man ja wohnen, aber wo soll man sich dann noch ein Kind leisten? Wenn beide Partner arbeiten müssen um die teuere Wohnung zu verhalten, oder ein Single der wirklich schuften muss nur um sich alles leisten zu können. Das niemand mal auf die Idee kommt da einen Bogen zu spannen? Städte mit hohen Mieten und Grundstücken die teuer sind, sollten doch mal aufwachen und mal folgendes Untersuchen: Einfach mal mehr Bauland erschließen und dann zum Verkauf stellen. Preis: Durchschnittspreis in Deutschland, Verordnung nur für Wohnbauten! Was könnte / würde theoretisch passieren: Baufirmen würden sich um die Grundstücke reißen und schnell Häuser darauf bauen das man gar nicht so schnell kucken kann. Denn das höhere Angebot senkt ja eigentlich dann die Preise und die Menschen ziehen in eine größere neuere Wohnung, die auch dann die neuen Energiewerte haben (weniger heizen = Kosten gespart). Mit einer bezahlbaren Miete und genug Platz kann man auch übers Kinder kriegen nachdenken. Darum lieber JETZT investieren liebe Politik als in 30 Jahren weniger Steuereinnahmen zu haben. Wenn man etwas will, dann muss man investieren. Die Zeiten sind vorbei wo man 10 Kinder auf 70 m² großgezogen hat. Hat zwar funktioniert, aber die Ansprüche und das Lebensgefühl haben sich gewandelt. Unsere Generation schätzt es Platz zu haben und das jeder seinen eignen Raum hat um sich auszuleben. Man muss auf die Bedürfnisse der Bürger eingehen. Fragt doch mal 1000 Leute auf der Straße in Stuttgart, Esslingen, Waiblingen, Böblingen und Ludwigsburg über die Miete und Grundstückspreise in der Region und versucht mal einen Bezug zur Kinderlosigkeit zu spannen. Was braucht denn die junge Familie heute? Genug Einkommen, Infrastruktur (Kindergarten, Schule, Kita), Platz = große Wohnung.
Umdenken ist hier das A und O! Da es noch keinen Skycars gibt oder das Beamen erfunden wurde, hilft es auch nichts aufs Dorf zu ziehen oder in ein anderes Bundesland wo die mieten billiger sind, denn man hat ja einen Arbeitsplatz und seine Sozialkontakte vor Ort!

Belastungen des Alltags:
Der Single Lifestyle ist zum einen sicher etwas für das man sich aktiv entscheidet oder auch nicht, aber vielleicht steckt da noch mehr dahinter. Unsere schnelllebige Gesellschaft rast voran, neue Anforderungen im Job, die Arbeitszeiten werden immer länger, wer hat noch die Kraft, bzw. die Lust sich auf die Suche zu begeben nach Mr. oder Mrs. Richtig? Wer kann sich mit 18 - 29 vorstellen schon ein Kind zu haben? Man redet darüber, aber man möchte ja seinen Partner kennen lernen, lieben lernen und etwas mit ihm / ihr erleben. Verreisen, sich ein neues Auto kaufen, einfach Zeug konsumieren und Leben. Frauen bekommen ja heutzutage auch gerne mit 40+ ihr erstes Kind. Ist zwar gefährlich für Frau und Kind aber die Zeit zwingt eventuell die Menschen dazu. Wie gesagt, die Anforderungen von damals und heute sind anders. Es ist naive zu glauben und vielleicht steckt dieses Weltbild noch in einigen Politiker Köpfen dass eine Frau mit Anfang Mitte 20 ihr erstes Kind bekommen soll. Nein, Frauen wollen auch einen Job, arbeiten und weiter kommen im Beruf. Kinder ist dann Entscheidungen die partnerschaftlich getroffen wird oder einfach passiert. Kann vorkommen, doch eher entscheidet man sich dafür wenn es an der Zeit dafür ist. Heißt, man sollte sich daran gewöhnen, man kann schließlich niemanden vorschreiben wann und wie viele Kinder man bekommen soll! Eher müssen anreize geschaffen werden. Nicht nur auf dem Wohnungsmarkt, auch in anderen Bereichen. Arbeitsrechtlich, dass ein Elternteil wirklich 6 Jahre lang daheim bleiben kann um sich ums Kind zu kümmern und das die Firma weiter bezahlt (Verordnung meist 1 Jahr, kann von Arbeitgeber zu Arbeitgeber unterschiedlich sein). 100€ Herdprämie, damit kommt niemand aus, zuzüglich Kindergeld. Diese Beträge sind lächerlich niedrig und unangemessen an den Lebensstandard.

Fazit eines Laien und Dummschwätzers:
Ich habe nun viele Thesen aufgeworfen und viele Behauptungen aufgestellt in diesem Bereich. Sicher habe ich nicht das Know How bzw. die Kompetenz etwas darüber zu sagen. Doch möchte ich auf meinem Blog darauf hinweisen und mal eine Brücke schlagen für dieses Thema. Es kann nicht sein, dass sich Minister hinstellen und völlig geschockt sind, dass die Geburtenrate runtergeht, dass Opposition geschlossen den Saal verlässt wenn es um die Herdprämie geht, da diese nichts bringt und eher lächerlich ist und überdacht werden sollte! Wenn man die Prüfung des Themas nach der Wahl 2013 durchführen möchte. Ehrlich? Die ganzen Bemühungen sind hanebüchen, sich hinzustellen und zu sagen: "Wir wissen nicht warum das so ist. Wir haben Kita Plätze, nur nicht genug, darum 100€ wenn sie ihr Kind daheim erziehen wollen..." Schwachsinn! Weniger verunsichern, mehr handeln! Wenn es Kinder geben soll, dann bietet den Leuten echte anreize! Wohnsituation, genug Kita Plätze, rechtliche Fragen beantworten, Investieren in die Zukunft = Investieren in Kinder. Man kann den Bürger nicht stehen lassen und schon gar nicht erwarten, dass wir wie die Hasen übereinander herfallen und uns öffentlich dauer paaren bis die Quote stimmt!
Hier müssen langfristige Konzepte her, Mittel um hier echt mal einen Meilenstein zu setzen und keine Alibi Handlungen die niemanden wirklich helfen.

Mit diesen Worten entlasse ich euch ins Wochenende. Auch wenn ich in manchen unrecht haben sollte, ich schreibe hier meine Meinung auf und hier steckt auch sehr viel drinnen was uns noch von der Kinderplanung abhält und auf welche Probleme wir beim besprechen von der K- Frage gestoßen sind. Darum auch ist die Planung auf mindestens vier Jahre verschoben, davor einfach nicht machbar. Wohnraum nicht ausreichend, finanzielle Mittel nicht ausreichend usw...
Wer anderer Meinung ist, gleicher Meinung oder etwas hinzuzufügen hat, schreibt es mir in die Komments, ich freue mich eure Meinung hier oder Facebook / Google + zu lesen.

In diesem Sinne

Gruß euer Uhltak