Mittwoch, 27. Juni 2012

Tanzstunde, mal wieder

Man kennt diese Tage. Tage wo man eigentlich keine Lust mehr hat raus zu gehen. Wo man lieber auf dem Sofa liegen möchte, der Fernseher quakt vor sich hin und Jumbo testet Auto Gimmicks. Aber es ist Dienstag und so langsam fange ich an die letzten Stunden zu zählen für den Tanzkurs. Obwohl ich nun ein paar Schritte ganz passable kann, also ich verletzte niemanden in meiner indirekten Umgebung, bin ich gestern von Spaß soweit entfernt gewesen als der Mond von der Sonne.
Was bisher geschah:
Pünktlich kamen wir in der Tanzschule an, man merkte die Räume waren gut besucht an diesem Tag. Gegen die Hitze im Saal hatte ich extra eine kurze Hose angezogen. Als wir endlich in den Saal konnten, merkten wir schnell, irgendwie sind doch dezent mehr Leute hier und auch Leute die ich noch nie in dem Kurs gesehen habe. Aber es ist logisch, da waren einige vom Donnerstags Kurs da, da ja Deutschland am Donnerstag spielt und die Damen die Männer an dem Tag wohl kaum vor dem Fernseher weglocken können. Heißt, eng, enger, Tanzsaal! Der erste Teil der Stunde war ja noch ganz Spaßig. Bisschen Cha Cha Cha, bisschen Rumba, neue Boogie Figur und ein Wiener Walzer standen auf dem Plan. Nach der Pause sank die Motivation deutlich! Der Foxtrott stand an und eine neue Figur. Allgemein mag ich diesen Tanz nicht, dazu wenn es abartig voll im Saal ist. 
Die erste Runde, Grundschritt durch den Raum, ist ja machbar und einfach und ging auch locker. Als Mann hab ich die Aufgabe zu führen und gebe eigentlich den Ton an. Vor allem beim Foxtrott ist Umsicht gefragt. Entweder man rennt auf das Paar vor einem oder man bekommt vom den Verfolgern die Füße in die Hacken. Heißt der Abstand zwischen den Paaren muss variieren und demnach auch die Schrittfolge. Muss ich den Schritt zu Seite etwas größer machen oder kleiner. Dass ist hier die Frage. Als Herr führe ich dann und mache die Schritt mal größer oder kleiner, sofern es sein muss - > Ermessensfrage. Meine Freundin wollte die Seitenschritte immer kleiner Tanzen und machte demonstrativ kleine Schritte um ihren Willen durchzubekommen, riskierte aber das wir über den Haufen gerannt werden, ich hingegen machte den Seitenschritt ein bisschen länger um den Abstand zu halten und zog sie regelrecht über die Tanzfläche, was ihr gar nicht gefiel. Ermahnung meinerseits, ihren Job zu machen und das zu tun was ich will, ist ja Tanzen, beim Tanzen ist der MANN der Boss so Machohaft das klingt, es ist aber so!
Sogar als ich ein paar Schritte kleiner machte und das Paar hinter uns so nah war, dass ich den Atem der beiden im Nacken spüren konnte, merkte ich erneut an bisschen größer den Seiten Schritt zu machen. Der Tanzleher löste den Disput, eine neue Figur stand an, Rechtsdrehen im Foxtrott.... wer zur Hölle hat sich das ausgedacht? Gegen alle Logik und Bewegung muss man in einem abgeschlossen  Tanz / Bewegung nun etwas anderes Tanzen was sich für mich falsch anfühlt. Erstmal stand ich auf dem Schlauch, was soll ich nun hier tun? Meine Freundin meinte ich müsse nach vorne und dann nach hinten um dann drauf zu stehen und dann Seite ran. War aber falsch, die Assistentin konnte aber aufklären das ich nur nach hinten müsse mit dem Fuß und dann Seite weg. Macht die Sache auch nicht besser, ein dummer Tanz bleibt ein dummer Tanz! Ganz ehrlich, ich werde niemals Foxtrott tanzen, warum auch? Gibt Tänze die mehr Spaß machen und nicht aussehen als ob man einer Tanzveranstaltung im Veteranenheim durchführt!
Die Abstimmung zwischen Grundschritt und Rechtsdrehung klappte überhaupt nicht. Ich kam immer wieder raus und die Harmonie und Abstimmung untereinander war dann ziemlich dahin. Dieses aus dem Grundschritt in die Rechtsdrehung machte mich total kirre. Unter anderen da meine Freundin immer zu schnell war und wenn ich in die Drehung wollte und auf dem linken Fuß stand tanzte sie weiter ,wie im Autopilot und ich musste sie festhalten, dann war ich raus sie war raus und der Frust hoch. Ich holte den Tanzlehrer zu Hilfe, es klappte nicht und ich war äußerst frustriert! Bis jetzt hab ich alles irgendwie hinbekommen und auch so dass es mir Spaß macht. Aber nun artete es in Stress und Arbeit aus und Spaß war sehr inflationär geworden!
Ich schilderte das Problem und der Tanzlehrer tanzte ein paar Schritte mit meiner Freundin, er stoppte und ermahnte sie sehr laut und deutlich auf den Mann zu hören und darauf zu achten was der Mann macht und nicht im Autopilot ihre Schritte runterzuspielen. Danach war die Tanzstunde auch aus und ich war froh! Froh das es vorbei war, froh nach Hause zu dürfen und ein großes Fruststück Erdbeerkuchen essen zu können! Ob ich nun einen Nachfolge- Kurs machen möchte (F- Kurs) ich bin im Moment sehr weit weg, da es einfach ein paar Sachen gibt die mich frusten und mir die Motivation nehmen. Klar man muss die "Hass Tänze" nicht tanzen aber lernen muss man sie trotzdem. Es ist halt dann blöd dumm über die Fläche zu eiern und das man sich dann zankt über die Schrittfolge und was der Partner treibt. Alles nicht so leicht! Mal kucken noch 3x dann ist der Kurs vorbei und eventuell muss ich dann erst nächstes Jahr im Juli wieder ran und einen Auffrischungs- / Crashkurs machen. Im Moment wäre mir ein F- Kurs zuviel und auch nicht angebracht. Wie heißt es so schön, er war Bemüht, so würde ich meine Leistung beim Tanzen einordnen, im Moment.

Im diesen Sinne, am nächsten Dienstag gehts weiter, hoffentlich mit was vernünftigen und das der Spaß zurück kommt, denn wenn es mich frustet dann sinkt die Motivation.

Gruß euer Uhltak